Wer den Lebenszyklus des Eichenprozessionsspinners kennt, handelt zur richtigen Zeit – und spart Aufwand, Kosten und Ärger. Hier der Jahresverlauf, wie wir ihn in Cottbus und im Spreewald beobachten.
August bis September: Eiablage
Die unscheinbaren grauen Nachtfalter fliegen und legen ihre Eier in Paketen von 100 bis 200 Stück an dünne Zweige im oberen Kronenbereich. Die Eier überwintern.
Ende April bis Mai: Schlupf
Mit dem Austrieb der Eichen schlüpfen die Raupen und fressen zunächst in der Krone. In den ersten beiden Larvenstadien sind sie noch ohne Brennhaare – das Zeitfenster für Biozide oder Nematoden, sofern deren Einsatz überhaupt zulässig ist.
Mai bis Juni: Brennhaare und Nester
Ab dem dritten Larvenstadium bilden die Raupen Brennhaare und beginnen mit dem Bau der Gespinstnester am Stamm und in Astgabeln. Jetzt beginnt die Hauptsaison des Absaugens: Je früher, desto kleiner die Nester.
Juni bis Juli: Prozessionen und Verpuppung
Die Raupen wandern in Prozessionen zwischen Nest und Krone und verpuppen sich schließlich in den Nestern. Die Gefahr durch Brennhaare ist jetzt am größten – Absaugen hat höchste Priorität an Spielplätzen, Schulen und Wegen.
August: Falterflug
Die Falter schlüpfen, die leeren Nester bleiben – voller Brennhaare und Häutungsreste.
September bis April: Altnester entfernen
Die ruhige Jahreszeit ist ideal, um Altnester zu beseitigen, Bäume zu erfassen und Rahmenverträge für die kommende Saison abzuschließen. Altnester bleiben jahrelang gefährlich – ihre Entfernung ist keine Kosmetik, sondern Gefahrenabwehr.
Fazit
Die effektivste Bekämpfung ist eine frühe: Kontrolle im Mai, Absaugen im Juni, Nachkontrolle im Juli, Altnester im Winter. Wer seine Bäume in unser Jahresmonitoring aufnimmt, wird automatisch zur richtigen Zeit erinnert.





