Seit einigen Jahren beobachten wir in Cottbus und Umgebung dasselbe Bild: Bäume werfen im Hochsommer Laub ab, Kronen lichten sich, Birken und Fichten sterben ganz ab. Trockenstress ist die häufigste Ursache für geschwächte Bäume – und der Wegbereiter für Pilze, Borkenkäfer und Sturmschäden.
Trockenstress erkennen
- Schlaffe, eingerollte oder vorzeitig gelbe Blätter
- Laubfall im Juli und August, beginnend im Kroneninneren
- Kleine Blätter, kurze Jahrestriebe, lichte Krone
- Abgestorbene Kronenspitzen (Wipfeldürre) bei Kiefer, Fichte und Birke
Wer gewässert werden muss
Jungbäume in den ersten drei bis fünf Jahren nach der Pflanzung immer. Ältere Bäume nur bei extremer Trockenheit – dann aber richtig. Vor allem flachwurzelnde Arten wie Birke, Fichte, Ahorn und Hainbuche sowie Bäume auf versiegelten oder verdichteten Flächen profitieren.
Richtig wässern
- Selten, aber viel: ein- bis zweimal pro Woche 50 bis 100 Liter je Jungbaum statt täglich ein Gießkännchen.
- Langsam: Wässersack, Tropfschlauch oder Gießring – Wasser muss einsickern, nicht ablaufen.
- Am Kronenrand: Dort sitzen die Feinwurzeln, nicht am Stamm.
- Morgens oder abends: weniger Verdunstung.
- Mulchen: Eine 5 bis 8 cm dicke Mulchschicht aus Hackschnitzeln hält den Boden feucht und kühl.
Wenn der Schaden schon da ist
Trockengeschädigte Bäume brauchen Ruhe: keine starken Schnitte, kein Dünger, keine Bodenverdichtung. Totholz sollte dagegen zeitnah entfernt werden – trockene Äste brechen bei Sommergewittern. Wir prüfen betroffene Bäume auf Bruchsicherheit und beraten, ob sich der Erhalt lohnt.





